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Neuwedell Die mächtige Kirche der kleinen Stadt.
(Repro: 2007 khd)
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Neuwedell ging Ende des 13. Jahrhunderts an Brandenburg über und liegt an der wildromantischen
Drage und am einst stategisch wichtigen Paßweg, der Heeres- und Handelsstrasse von
Küstrin Richtung Nordosten. Die Herren von Wedell ließen hier eine Burg anlegen, in deren
Schutz die Stadt sich entwickeln konnte. Die Landwirtschaft, die Brauerei, der Fischfang sowie die
Holzverarbeitung waren wichtige Erwerbszweige der Bewohner, aber auch die Tuchmacherei,
später auch die Schuhmacherei und keramische Fabriken.
Von den 6 Städten der Kreise Arnswalde und Friedeberg (Arnswalde, Driesen, Friedeberg, Neuwedell,
Reetz und Woldenberg) war Neuwedell die am meisten durch die Landwirtschaft geprägte Stadt.
Nirgendwo sonst in diesen beiden Landkreisen gab es so
viele
Vorwerke (vorgelagerte Bauernhöfe), die zur Stadt gehörten.
Neuwedell ist eine Gründung des Adelsfamilie von Wedell, die ihr auch den Namen gab. Anfang des 14.
Jahrhunderts bauten die von Weddels am See, durch den die Drage fließt, eine mächtige Burg. Zu
Füßen entstand am Seeufer eine Siedlung, die bereits 1363 als Stadt (civitas)
erwähnt wird.
Neuwedell wurde Anfang Februar 1945 zu etwa 50 % zerstört, weshalb das heutige Drawno anders
aussieht. Im Jahr 1939 lebten in Neuwedell 2.711 Einwohner (meist evangelisch).
Drawno ist heute Sitz der Verwaltung des
Drage-Naturschutzgebiets.