Das
Lebuser Land (Neumark) ist bekannt
für seine besonders naturnahen Landschaften. Mit rund 14.000 Quadratkilometern ist die westlichste
polnische Provinz Lubuskie fünfmal
größer als Luxemburg. Die Zahl der Einwohner beträgt heute etwa 1 Million. Die
Besiedlungsdichte ist demnach mit rund 70 Menschen pro Quadratkilometer niedrig, was für die
Entwicklung der Natur vorteilhaft war.
Mehr als die Hälfte der Fläche des Lebuser Landes ist mit staatseigenen Wäldern bewachsen.
Es sind vorwiegend Mischwälder mit einer großen Vielfalt an Baumarten wie Ahorn, Birken,
Buchen, Eichen, Erlen, Fichten, Kiefern, Lärchen und auch Pappeln. Einer der schönsten
Wälder ist der 100.000 Hektar große
Puszcza Notecka (früher der Forst bei
Schwerin/Warthe), der zwischen Netze und Warthe südlich von Driesen (Drezdenko) liegt. Das
Pilzesuchen in solchen Wäldern wird zum Vergnügen. Denn in diesen Mischwäldern gibt es
reichlich wildwachsende, eßbare Pilze auch ausgefallenere Arten wie den Würzpilz
Mouseron oder den Blutreizker. In vielen Wäldern wachsen auch Blaubeeren und mancherorts sogar
Preiselbeeren sowie die kleinen aromatischen Walderdbeeren.
[
Liste seltener Pflanzen von 1915]
Natürlich sind diese Wald-Biotope auch reich an wilden Tieren wie Wildscheine, Rehe, Damhirsche,
Hasen und Fasane. In manchen Gegenden kommen auch Elche, Wisente und Wölfe vor. Sogar wilde
Braunbären sollen schon gesehen worden sein. Die Zahl von im Lebuser Land (noch) vorkommenden
Vogelarten ist riesig, was im ökologischen Paradies aber auch am Vorhandensein vieler Gewässer
und Sumpflandschaften (Bruche) seine Ursache hat. Die Vogelwelt reicht von Weiß- und
Schwarz-Störchen bis hin zu seltenen Eulenarten.
Es sind die vielen Seen und Wasserläufe, die neben den Wäldern die Lebuser Landschaft
prägen. Die sehr fischreichen Seen sind Relikte der letzten Eiszeit wie auch die Seenplatte
in Mecklenburg. Um die größeren Flüsse Drage, Netze und Warthe existieren noch immer
Sumpflandschaften die Bruche mit einer besonderes hohen Artenvielfalt in Flora und
Fauna.
Die restliche Fläche wird vorwiegend für die Landwirtschaft genutzt. Industrieansiedlungen
sind eher selten. Die Böden des Lebuser Landes sind sehr fruchtbar. Vor 1945 galt die Neumark
zusammen mit (Hinter-) Pommern als die Kornkammer Deutschlands. Auch wuchsen hier die besten Kartoffeln,
was vermutlich noch heute so ist.