Woldenberg (Neumark)   —  Das Dorf Krügergrund khd
Stand:  4.11.2011   (20. Ed.)  –  File: WBG/St/Wbg_Dorf_Kruegergrund.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

Blaubeeren Von Dörfern und Gütern in Woldenbergs Umgebung gibt es nur wenig Informationen. Auch Fotos sind sehr rar – so auch vom Dorf Krügergrund, das südlich von Woldenberg lag. Aber 2010 postete eine Leserin im Woldenberg-Forum (GB 112) ein Gedicht über das Dorf, in dessen Wäldern es so viele Blaubeeren gab. Bald darauf schickte eine andere Leserin 2 alte Fotos vom Dorf. Um eine höhere Beachtung zu erzielen, wurden im Herbst 2011 Gedicht und Fotos auf dieser eigenen Seite vereint. [Translation-Service]


Bei Woldenberg — Das Dorf Krügergrund


Das kleine Dorf Krügergrund bei Woldenberg/Neumark um 1940
^   Krügergrund bei Woldenberg/Nm – Ha, hat sich doch noch ein Foto dieses kleinen Dorfs südlich von Woldenberg angefunden. Eine Leserin fand es jetzt in ihren Fotoschätzen. Danke! Aufgenommen ist es vom Weg, der von Rohrsdorf durch den Wald kommt, Anfang der 1940er-Jahre. [Karte der Gegend]   (Repro: 2.2011 – rgeb)


Erinnerungen an Krügergrund


 (Verfasser unbekannt)


Wer kennt das Dörfchen Krügergrund
im Friedeberger Kreis?
Wer’s hören will, dem tu’ ich kund,
was ich darüber weiß.
Geht man von Woldenberg nach Süd’
an anderthalbe Stund’,
dann rechts, links vor sich Wald man sieht,
doch wo bleibt Krügergrund?

Gemach! Noch hundert Schritte kaum,
so liegt’s vor dir am Waldessaum.
In Grün gekleidet ganz und gar
stellt sich das Dorf dem Fremden dar.
Sieh nur den grünen Mantel an,
den es für immer umgetan!

Und kommt heran die Sommerszeit,
dann ist auch grün das Unterkleid.
Denn Garten reiht an Garten sich;
da grünt und blüht es wonniglich.
Hochragend steht hier Baum an Baum,
man sieht die wen’gen Häuser kaum.

Die einz’ge Straße läßt Dich wandern
von einem Ende bis zum andern.
Geht auf die Straße, dann ist Ruh’!
Rief Sonntags uns die Mutter zu,
wenn wir ihr Mittagsnickerchen störten;
wie gerne dieses Wort wir hörten!

Noch andere Knaben fanden sich
hier draußen ein ganz sicherlich.
Wenn acht, sechs oder mind’stens vier
da waren, spielten „Tründel“ wir.
’Ne Scheibe Holz in Kreisgestalt
ist immer hergerichtet bald.

Wuchtig geschleudert, rollt mit Schnelle
sie zu der Gegengruppe Stelle,
wo nun mit Knüppel oder Fuß
sie aufgehalten werden muß.
Mißlingt’s, dann heißt’s: Zurückverfügt
bis dahin, wo die Tründel liegt.

So wogt die Schlacht wohl hin und her
und spornt den Eifer immer mehr.
Das Spiel, beliebt und auch gesund,
schien nur bekannt in Krügergrund.
Hab’ nirgends sonst es wahrgenommen
und bin doch viel umhergekommen.

Nun unser Wald! So beerenreich,
daß kaum ein and’rer kommt ihm gleich.
Im Sommer zu der Besingszeit
sieht man allda mit Emsigkeit
viel tausend Hände Beeren pflücken
zum Selbstverbrauch und zum Verschicken.

Unmengen werden Nacht für Nacht
von Händlern nach Berlin gebracht.
So blühte meine Kinderzeit,
nun liegt sie fern, nun liegt sie weit!
Gepriesen sei mit Herz und Mund
sie und ihr Schauplatz Krügergrund!

Krügergrund bei Woldenberg/Neumark -- Häuser an der Dorfstraße um 1940
^   Krügergrund bei Woldenberg/Nm – Die Häuser an der Dorfstraße Anfang der 1940er-Jahre. Von 1924 gibt es ein Einwohnerverzeichnis (Seite 26). [Karte der Gegend]   (Repro: 2.2011 – rgeb)


Wo lag Krügergrund genau?


        Lage von Krügergrund
[Editor–15.11.2010:    Für alle die, die nicht (mehr) so genau wissen, wo denn dieses kleine Dorf Krügergrund bei Woldenberg ganz genau lag, gibt es hier noch eine kleine Planskizze. Sorry, ich hatte das bei der Erstpublikation vergessen. Krügergrund lag weiter von Woldenberg weg als Lauchstädt oder Rohrsdorf.

Der Ort heißt heute polnisch „Slawica“, falls Sie ihn auf einer aktuellen Straßenkarte suchen sollten. Es leben dort also noch Menschen. Ob das Dorf im Grünen gewachsen ist, ist (mir) aber nicht bekannt. Slawica gehört heute zur Großgemeinde Dobiegniew (Woldenberg).

Die Frage ist, was passiert heute mit den vielen wohlschmeckenden Wald-Blaubeeren? In Berlin kommen sie jedenfalls nicht mehr an. Da gibt es nur diesen gezüchteten Heidelbeer-Murks. -- khd]



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