Anmerkungen / Remarks of the Editor:
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Prochnow-Manuskript.
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1) 
Die hier dokumentierten Tagesberichte hat der Autor aufgrund seiner Tagesnotizen um 1948 aufgeschrieben,
wobei er die mit einem * markierten Stellen hinzugefügt hat.
Der Autor führte seit xxx als Inhaber das Woldenberger Hotel Prinz von Preußen in
der Richtstraße Nr. 47. Das Hotel galt als erstes Haus am Platze.
2) 
Der Autor (Jahrgang 1887) lebt leider nicht mehr. Und so können wir ihn nicht mehr nach weiteren
Einzelheiten befragen.
3) 
Diese Abbildungen und Links wurden für diese Veröffentlichung redaktionell ausgewählt und
hinzugefügt. Im Original sind sie nicht enthalten.
Some of those links point to Wikipedia articles in German. Those who like them in English should look
at the left side of the Wikipedia pages. There you‘ll find a link to the English version.
Korrigiert wurden hier auch eindeutige Fehler in der Schreibweise von Namen und Ortsnamen, ohne daß
das besonders markiert wurde. Beispielsweise muß es Filehne statt falsch
Tilehne oder Pomränke statt unvollständig Pomrän
heißen. Alle Abkürzungen wurden aufgelöst.
Durch einen qualifizierten
Leser-Hinweis im Forum vom 22.1.2012 ist nun klar, daß die korrekte
Schreibweise des Familiennamens Pomrän nicht Pomränke sondern
Pomrehn ist. Deshalb wurde das überall ab der 118. Ed. vom 23.1.2012
nachträglich korrigiert. Durch diesen Hinweis ist nun auch sicher, daß der Hof der
Knopsmeier Albertshof hieß.
4)
Einige Hinweise (Links), die interessieren könnten:
5) 
Herta (geb. Löffler) ist die Ehefrau von Ernst Johann Prochnow. Sie fuhr mit dem großen
Woldenberg-Treck, der bereits am 29. Januar 1945 in Berlinchen ‚strandete‘. Sie
überlebte den russischen Panzerüberfall und trat dann mit anderen per Fuß den
Heimweg an: Berlinchen Krining Gerzlow Waldübernachtung Pehlitz
Hermsdorf, wo sie Ernst Prochnow am
4. März 1945
wiedertraf.
6) 
Otto Lissa(c)k war in Woldenberg Fahrzeughändler und wohnte in der Richtstraße 50, also
in der Nähe des Prochnow-Hotels
[
Foto vom Geschäft].
Die korrekte Schreibweise des Familiennamens ist ohne ck also Lissak, wie aus
diesem Foto hervorgeht. Deshalb wurde die Schreibweise im gesamten Text ab der 113. Ed. vom
17.10.2011 nachträglich korrigiert.
7) 
Dieser Gutshof bei Kölzig im Kreis Arnswalde wird im Prochnow-Text mit Albrechtshof
bezeichnet, was sehr wahrscheinlich falsch ist. Denn im Kreis-Adreßbuch Arnswalde von 1925/26 wird
der Hof mit Albershof genannt. Mit einer 3. Quelle (z. B. mit
Niekammer’s Adreßbücher der
Landwirtschaft) wäre noch zu klären, wie der Gutshof bei Kölzig wirklich hieß.
Er könnte ja auch Albertshof (mit t!) geheißen haben.
So war es. Durch einen weiteren
Hinweis von K.-H. Pomrehn im Forum vom 30.1.2012 (K.-H. Pomrehn ist ein Enkel von
Gustav Knopsmeier) ist nun völlig klar, daß die korrekte Schreibweise des
Knopsmeier-Hofes bei Kölzig
Albertshof war. Deshalb wurde das überall
ab der 119. Ed. vom 31.1.2012 nachträglich korrigiert. Auch die
Abschrift des Adressbuchs
wird demnächst entsprechend korrigiert werden.
8) 
Es ist derzeit noch unklar, um welchen See es sich dabei handeln könnte. Dieser See war nur rund 300
Meter vom Knopsmeier-Gutshof (Albertshof) entfernt. Eine genauere Karte muß her.
Aber aufgrund der
Mitteilung von
K.-H. Pomrehn wissen wir nun, daß dieser See, der sich in Richtung Marienwalde erstreckte,
Der Krumme See hieß. Ein kleinerer Teil des Sees wurde Mittel-See
genannt.
9) 
Dentist Bornstädt: Das ist der Vater von
Wolfgang Bornstädt, der es 2010 in Premnitz (Brandenburg) schaffte, daß es
dort einen nach Woldenberg benannten Platz gibt. Die Bornstädt wohnten in Woldenberg in der
Eisenbahnstraße.
10) 
Eine solche Zeitangabe wie 1/2 8 Uhr (Halbacht) ist typisch für die Neumark wohl
für ganz Brandenburg (einschließlich Berlin). Sie wird anderswo kaum verstanden. 1/2 8
Uhr bedeutet nichts anderes als 7.30 Uhr. Und 1/4 8 Uhr wäre also 7.15 Uhr
alles klar?
11) 
Die Nazis hatten Anfang Februar 1945 die Kreisstadt Arnswalde zur Festung erklärt, d. h.
Arnswalde sollte bis zum letzten gegen den Ansturm der Roten Armee verteidigt werden. Dennoch wird
Arnswalde von den Sowjets eingeschlossen. Deshalb war von dort immer wieder starker Gefechtslärm zu
hören.
12) 
Größeres Vieh wie Kühe und Schafe wurde damals von den einzelnen Gehöften auf
Koppeln zusammengetrieben. Später im Frühjahr wurde dann das Vieh in großen Herden vom
eroberten Ostdeutschland über die Straßen nach Rußland getrieben. Von dieser Art der
Reparation werden viele gar nichts wissen. Also ich (Editor) erfuhr erstmals im Sommer 2010 durch einen
zufälligen
Entrag im
Gästebuch überhaupt davon.
13) 
Entweder wurde die im Zuge der Richtstraße liegende Niedertor-Brücke über das
Mehrenthiner Fließ kurz vor dem Panzervorstoß der Russen noch gesprengt, oder sie brach beim
ersten Panzer halbseitig zusammen. Die Russen bauten sich deshalb weiter seewärts aus Schutt eine
Furt durchs Fließ, die direkt in die Neue Straße führte. Hierüber rollte dann der
Nachschub.
[
mehr]
14) 
Dieses Schönblick lag nördlich der Wutziger Straße. Dort standen relativ neue
Wohnhäuser mit herrlichem Blick auf die Feuchtwiesen-Landschaft und den Forst
Mönch-Heide.
15) 
Von Otto Hemp, dem früheren Bürgermeister von Woldenberg, gibt es einen 1950 verfaßten
Bericht über das
Schicksal des Woldenberg-Trecks.
16) 
Die Vertreibung der Deutschen aus Woldenberg begann am 1. Juli 1945. Sie mußten alle bis zur Oder
laufen, obwohl ein Abtransport per Bahn möglich gewesen wäre. Der Fußmarsch führte
von Woldenberg (Marktplatz) über
Kirchstraße
Kastanienplatz
Woldenberger Gehege
Lauchstädt
Dolgen
Lichtenow*
Friedeberg
Zanzthal
Stolzenberg*
Landsberg
Beyersdorf*
Marwitz
Lichtefleck (Forst)
Schöneberg*
Soldin
Rufen*
Neuendorf
Bahn
Liebenow*
Fiddichow/Oder*
in 1 Woche zur Oder, die am 7. Juli erreicht und am 8. Juli 1945 überquert wurde. In den mit einem *
markierten Orten wurde jeweils eine Übernachtungspause eingelegt.
Der Treck wurde bis zur Oder von polnischen Posten begleitet, vermutlich um sicherzustellen, daß
niemand ‚verlorengeht‘.
17) 
Auch
Heinz Mohnhaupt
(Jahrgang 1930) beschreibt im 2. Band seiner Trilogie
Auf steinigen Wegen von 2004
das Leben im besetzten Woldenberg ab Mitte Mai 1945. Der Schwerpunkt seiner Schilderung liegt dabei auf
dem Leben auf dem Land bei Woldenberg (
Bayers Hof und
Neu-Mühle). Die Mohnhaupts gehörten zu den Woldenbergern, die Ende Januar 1945 nach Vorpommern
flüchteten, aber Mitte Mai 1945 in die Heimat zurückkehrten. Das traurige Wiedersehen mit dem
zerstörten Woldenberg beschreibt Mohnhaupt im Band 2 mit dem Untertitel Wege ins
Ungewisse so (Seite 90):
Einige Tage voller Strapazen und Entbehrungen waren vergangen, als wir uns der Heimat
näherten. Je näher wir dem Städtchen Woldenberg kamen, um so mehr mutmaßten wir
über den Zustand des Ortes. In der Ortschaft Klosterfelde [Ed: nördlich von Woldenberg] sah ich
mit Bedauern, daß die Mühle, in der ich vor 6 Wochen meine Lehre hätte beginnen sollen,
nicht mehr existierte.
Inzwischen befanden wir uns etwa 3 Kilometer vor der Stadt und nahmen zu unserer Freude wahr, daß
uns der weithin sichtbare Kirchturm in seiner ganzen Größe begrüßte. In freudiger
Erwartung wurden unsere Schritte immer eiliger. Doch als wir den Postberg hinter uns gelassen hatten,
sahen wir mit Entsetzen das wahre Ausmaß der Zerstörung.
Am Hohen Tor warf ich einen Blick nach rechts in die zur Hälfte zerstörte Storchennestmauer,
und ich dachte wehmütig an die oft schönen vergangenen Stunden, die ich dort [bei Tante Minna
und Onkel Heinrich Kutz] erlebt hatte. Weiter ging es die Richtstraße hinunter, deren Häuser
zum größten Teil in Schutt und Asche lagen.
In der Brauhausstraße [hinter dem Marktplatz] suchte ich vergeblich das alte Haus, in dem wir trotz
aller Armut eine glückliche Zeit verbracht hatten. Lediglich das Haus, aus dem früher durch
eine Dachluke Frau Göshel das Geschehen in der Umgebung verfolgt hatte, schien unversehrt.
Da es auf den Abend zuging, mußten wir uns sputen, die letzten 5 Kilometer bis zum Ziel [Hof der
Wenzel und Bayers Hof] zurückzulegen. Auf der sandigen, teils holperigen Strecke, mußten wir
alle unsere Kraft noch einmal zusammennehmen.
Dort angekommen, fanden sie Wenzels Hof zerstört vor, nur die Waschküche war erhalten
geblieben. Auf Bayers Hof standen alle Gebäude noch, waren aber in einem chaotischen Zustand und
alle Wege waren mit mit hohem Unkraut überwuchert.
18) 
Diese Handwerker mußten dann noch Jahre für die Polen arbeiten. Etwa um 1950 wurde diese
Zwangsarbeit beendet und die Zurückgehaltenen nach Deutschland ausgewiesen. Ob sie für ihre
Arbeit eine Entlohnung erhielten, ist derzeit unbekannt.