Gefunden in:
Rau-Sammlung (Seite 133).
Der Autor ist unbekannt. Offensichtlich ist diese Beschreibung zur 660-Jahr-Feier von Woldenberg im
August 1958 entstanden.
Nachdem 1835 in Deutschland die erste Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth dem
öffentlichen Verkehr übergeben worden war, folgte dann in den Jahren 1845 1847 der Bau
der Strecke Stargard Posen. Bauträger unter staatlicher Aufsicht, war die [private]
Stargard-Posener- Eisenbahn-Gesellschaft. In den späteren Jahren wurde auch diese
Strecke Staatsbahn.
Die
Ostbahn Berlin
Schneidemühl wurde 8 Jahre später gebaut. Bürgermeister Milferstaedt setzt sich
auch hier wieder für seine Vaterstadt, die einen Bahnhof erhalten sollte, ein. Er fand aber anfangs
wenig Gehör hierfür bei den Bürgern.
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Das Bahn-Stellwerk an der Friedeberger Straße. Der Bahnübergang war durch Vollschranken
gesichert. Nach Links geht es zum Woldenberger Gehege (Wald).
(Repro: 2007 khd) |
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Die Stadtverordneten waren dann der Meinung, der Bahnhof müßte nicht in der Stadt oder an der
Stadt liegen. Man könnte den Bürgern nicht zumuten vom Lokomotivrauch oder dem Pfeifen Tag und
Nacht belästigt zu werden. Der Bahnhof müßte in der Nähe des 5 km entfernten Dorfes
Lauchstädt oder mindestens an die Westseite des Geheges gelegt werden.
Der Bürgermeister Milferstaedt erreichte es aber doch, daß der Bahnhof nur 440 m von der Stadt
entfernt, also für jedermann bequem zu erreichen, errichtet wurde. Im Sommer 1847 war der Bahnhof
fertiggestellt [und er existiert noch
heute in Dobiegniew].
Über die Abgabe von Land für die Bahnstrecke gab es viel Streitigkeiten. Es folgten sogar
Enteignungen. [Am 10. August] 1847 konnte der Eisenbahnverkehr von Stargard bis zur Station Woldenberg
eröffnet werden. Damit war Woldenberg zunächst Endstation.
Aber schon im Jahr 1848 wurde das Schienennetz über Dragebruch bis Wronke hinauf erweitert. Als dann
die Ostbahn Berlin Schneidemühl gebaut werden sollte, war man in Woldenberg schon anderer
Ansicht, wollte die Stadt doch im Jahr 1851 Land ohne Entgelt für einen Eisenbahnknotenpunkt in
Woldenberg zur Verfügung stellen, aber die maßgebenden Stellen lehnten dieses Angebot
ab.
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Hölzerner Fußsteg über die Eisenbahnstrecke bei den Woldenberger Friedhöfen,
der nach links zum Schlanower Weg führte. Das Gleis führt geradezu zum Woldenberger
Bahnhof und dann weiter in Richtung Stargard bzw. Stettin.
[Noch ein Foto vom Steg]
[Neuer Steg in Dobiegniew]
(Repro: 2004 khd)
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Man war verärgert über das Gebaren der Stadt und ihrer Bürger bei dem Bahnbau Stargard
Posen. So wurde [die neue Stadt] Kreuz Eisenbahnknotenpunkt. Die Strecke Stargard Posen war
in den späteren Jahren zum größten Teil zweigleisig.
Die Strecke Arnswalde Woldenberg war zunächst noch eingleisig. Die
Zugverbindungen Stettin Posen
Schneidemühl und über Kreuz nach Berlin waren recht gut. Jetzt verkehren Kohlenzüge
von Oberschlesien nach Stettin.