Woldenberg (Neumark)   —  Das Rathaus khd
Stand:  12.5.2013   (20. Ed.)  –  File: WBG/St/Woldenberger_Rathaus.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

      Siegel von 1300
^   Altes Woldenberger Siegel von um 1300.
Am Woldenberger Rathaus wurde immer wieder gebaut. Es stand zunächst in der Mitte des Markplatzes, wo es aber beim Großbrand von 1641 niederbrannte und lange als Ruine das Zentrum ‚zierte‘.

Aufgebaut wurde es erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts, nun aber am östlichen Rand des Marktplatzes. Aber schon bald war es zu klein und ein erstes Stockwerk mußte oben drauf. Sogar ein Turm wurde aufs Rathaus gesetzt, der aber schon bald baufällig wurde und wieder abgerissen werden mußte.

Im Keller des Rathauses befanden sich auch das Gefängnis, das erst um 1895, nach dem Bau eines Amtsgerichts in der Bahnhofstraße, dorthin umzog.

Ein Prachtbau, wie es in manchen neumärkischen Städten anzutreffen war, ist das Woldenberger Rathaus nie gewesen. Dazu war immer viel zu wenig Geld in der Stadtkasse. Auch waren Woldenbergs Stadtväter immer sehr knauserig. [
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I n d e x : 

Woldenberg — Das Rathaus am Marktplatz


Woldenberg -- Östliche Randbebauung am Marktplatz
^   Die östliche Randbebauung des Woldenberger Marktplatzes um 1925 mit der alten Oberpfarre (ganz links), daneben das Linden-Café, das Rathaus (in der Mitte) und der Apotheke (rechts). Die Gebäude wurden 1945 alle zerstört. An der Stelle der Oberpfarre stand bis 1945 der Neubau der Sparkasse.   (Repro: 2007 – khd)


Woldenberg — Das Wappen am Rathaus


Woldenberg -- Wappen über der Rathaustür
^   Woldenberger Wappen mit preußischem Adler und Krone über der Rathaustür.  (Repro: 2006 – bredwolf-File0004)


Woldenberg — Das Rathaus


Das Woldenberger Rathaus


Woldenberg -- Rathaus am Marktplatz
^   Das Woldenberger Rathaus am Marktplatz um 1925. Über der Eingangstür hängt das Woldenberger Wappen. [Größeres Foto]   (Repro: 2007 – khd)

Aus: Märkisches Heimatblatt – Nr. xx/1959, 5. April 1959, Seite xx (Neumark) von MARGARETE DITTBERNER.


      In der Mitte des 14. Jahrhunderts werden die Stadtmauern erwähnt. Innerhalb dieser Befestigung lag die Stadt. Der Marktplatz zog sich etwas weiter östlich bis an die „Alte Marktstraße“ hin. In der Mitte des Marktplatzes, wohl genau an der Stelle, wo bis 1945 das Rathaus stand, finden wir es damals schon. Das Gebäude werden wir uns als einen Bau im Stil der Kirche, durchweg gewölbt, denken müssen. Es hatte große, gewölbte Keller. Hier waren die Gefängnisse, aber auch sicher die Wein- und Bierkeller des Rates. Angelehnt an das Rathaus standen zur „Alten Marktstraße“ hin der Brot- und der Fleischscharren; auf der anderen Seite befand sich der Schandpfahl.

      Das Rathaus ist bei dem großen Brand 1641 bis auf die Grundmauern abgebrannt. So hat es das 17. Jahrhundert hindurch als Ruine auf dem Marktplatz gelegen. Die Sitzungen wurden in Bürgerwohnungen, in einer Torbude oder später in einem Sitzungszimmer in der Schule abgehalten. Anfang des 18. Jahrhunderts konnte dann endlich mit dem Neubau begonnen werden. Das alte Fundament wurde nur zum Teil benutzt und das Gebäude in Holzfachwerk ausgeführt. Es erhielt auch einen Turm. Am 5. Dezember 1709 erfolgte die feierliche Einweihung und der Umzug von der Schule zum Rathaus.

      Bei dem großen Brand 1710 erlitt das Rathaus keinen Schaden. Der Marktplatz wurde bei dem Wiederaufbau der Stadt so verlegt, daß das Rathaus in die Mitte der Ostfront zu liegen kam. Daneben baute nun der Apotheker auf. Wir hören hier den Namen Delallgo. Zwischen Apotheke und Rathaus blieb ein schmaler Zwischenraum; hier hingen die Feuerleitern. 1730 mußte der Turm entfernt werden, weil er baufällig war. Die Vorderfront wurde massiv hergestellt. Dies ist wahrscheinlich mit königlicher Unterstützung geschehen. Subventionierte Häuser wurden halb weiß und halb gelb angestrichen, und so war es auch mit dem Rathaus. Über der Tür war der preußische Adler angebracht und darunter standen die Worte: „Pro rege, lege, grege“ („Für den König, das Gesetz, und das Volk“ [Herde]).

      Um 1750 wurden dann die Wände massiv ausgemauert, die Räume aber nicht verändert. Das Quergebäude an der „Alten Marktstraße“ wurde ganz neu aufgebaut. Viel läßt sich noch über das Rathaus sagen. Es soli hier aber nur noch erwähnt werden, daß zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Stadtverordneten-Sitzungssaal neu hergerichtet wurde. Mit der Einrichtung war der Tischlermeister Wilhelm Schaede beauftragt worden. Ein Woldenberger Stadtwappen schnitzte der Lehrer Gustav Dittberner. Es war für jeden sichtbar im Sitzungssaal angebracht.

      Heute ist alles zerstört: Rathaus, Sitzungssaal, Stadtwappen und Apotheke. Nicht einmal eine Ruine ist stehengeblieben. Nur ein leerer Platz gähnt uns entgegen.


Woldenberg — Die Bürgermeister


  • 1507   Georg Rattey
  • 1507   Hans Brandenburg
  • 1522   Matthias Korteclawes
  • 1529   Vorhawer
  • 1532   Hans Blisicke
  • 1541   Joachim Lode
  • 1553   Georg Katzig
  • 1558   Georg Buddendorf
  • 1558   Peter Jadicke
  • 1572   Jacob Fürstenau
  • 1577   Joachim Rigge (Riege)
  • 1580   Franz Katzig
  • 1595   Merten Meier

  • 1606   Asmus Buddendorf
  • 1640   Johann Weber
  • 1642   Daniel Klingsparseit
  • 1648   Stanilaus Bauer, wechselnd mit
  • 1649   Thomas Werth
  • 1655   Samuel Madewis
  • 1662   Konstantin Rebentisch
  • 1666   Johann Buße
  • 1671   Bartholomeus Sellius (verstorben 1687)
  • 1679   Paul Döber
  • 1683   Coler
  • 1688   Andreas Rattey (Ratte)
  • 1689   Andreas Ritter
  • 1699   Joh. Stiegler

  • 1705   Johann Friedrich Bärchmann (suspendiert)
  • 1706   Joh. Stiegler
  • 1708   Daniel Falbe
  • 1709   Johann Fischer
  • 1718   Joh. Stiegler
  • 1720   Johann Fischer (verstorben 1753)
  • 1753   Martin Vogelsang (dankt wegen hohen Alters ab)
  • 1759   Gerbett (ging 1766 als Dirigens nach Arnswalde)
  • 1766   Johann Georg Dames (verstorben 1776)
  • 1776   Maisch (abgesetzt)
  • 1788   Burchardi

  • 1809   Stadtrichter Bahls
  • 1814   Samuel Heinrich Mörschel (wurde pensioniert)
  • 1840   Friedrich Milferstaedt
  • 1866   Albert Menger
  • 1890   Hugo Westphal

  • 1907   Waldemar Schulz
  • 1939   Kaske
  • 19xx   Otto Hemp (bis zur Flucht vor den Russen Ende Jan. 1945)



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