Woldenberg (Neumark)   —  Die Friedeberger Straße khd
Stand:  8.10.2012   (30. Ed.)  –  File: WBG/St/Wbg_Friedeberger_Strasse.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.
 
Auf dieser Seite werden Fotos von der Woldenberger Friedeberger Straße, die bislang über die vielen Galerien verstreut waren, im Zusammenhang präsentiert. Leider läßt sich die alte Bebauung der Straße nicht lückenlos dokumentieren.

Dazu unternehmen wir einen virtuellen Spaziergang längs der Bahnhofsseite der Friedeberger Straße und starten am Kastanienplatz. Am Bahnübergang angekommen, wenden wir uns der östlichen Straßenseite zu und gehen zurück bis zur Einmündung der Milferstaedtstraße. [Translation-Service]

I n d e x : 

Woldenberg — Die westliche Seite der Friedeberger Straße


      Früher hieß die von der Kreisstadt Friedeberg über Lauchstädt kommende Straße bis zum Kastanienplatz Friedeberger Chaussee. Erst als zwischen diesem Platz und dem Bahnübergang Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Häuser gebaut waren, wurde dieser Abschnitt in Friedeberger Straße umbenannt.

      Die Zählung bei der Friedeberger Straße begann an der Ecke Bahnhofstraße. An der Ecke Eisenbahnstraße wurde offensichtlich die Hausnummer 8 erreicht. Auf der östliche Seite der Friedeberger Straße wurde dann die Zählung mit der Hausnummer 9 am Bahnübergang in Richtung Kastanienplatz fortgesetzt.

      Laut
Woldenberger Adressbuch von 1924 laufen die Hausnummern bis 14. Es ist aber etwas unklar, wo genau die Häuser Friedeberger Straße 11, 12, 12a, 13 und 14 standen. Es soll sogar noch ein Haus mit der Nummer 21 gegeben haben. Aber vermutlich ist das ein Übertragungsfehler im Adressbuch.

Woldenberg -- Bahnhof Straße
^   Blick von der Milferstaedt Straße um 1938 in die Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof. Die kreuzende Straße ist die Friedeberger Straße, die links zum Gehege (Wald) und weiter nach Friedeberg/Nm führte.   (Repro: 2005 – khd)

      Von der Bebauung der westlichen Seite der Friedeberger Straße ist nicht viel übriggeblieben. Dort steht in Dobiegniew heute wohl nur noch das erste auf dem folgenden Foto abgebildete Gebäude aus Woldenberger Zeiten. [
Dieses markante Haus in Dobiegniew]

Woldenberg -- Friedeberger Straße Ecke Bahnhofstraße
^   Hier sind wir an der Friedeberger Straße Ecke Bahnhofstraße (nach rechts). Das Eckgrundstück ist hier noch unbebaut. Links ging es über die Reichsstraße 1 am Woldenberger Gehege vorbei nach Friedeberg und rechts am Amtsgericht, der Post und dem Kino vorbei zum Woldenberger Bahnhof.
[Zur Bahnhofsviertel-Seite]   (Repro: 2007 – khd)

      Stellwerk
^   Das Stellwerk am Bahnübergang.
      Zwischen obiger Ansicht und dem Woldenberger Stellwerk am Bahnübergang (Foto rechts) fehlen noch etliche Ansichten. Aber da haben sich wohl die früheren Ansichtskarten-Macher sehr zurückgehalten und nichts produziert. Denn bislang wurde dazu keine einzige Karte aufgetrieben. Auch bei eBay taucht nie ein Angebot auf.

      Anzutreffen war hier eine Bebauung mit zweigeschossigen Wohnhäusern. Geschäfte gab es hier nicht, allenfalls vielleicht eine Fleischerei [Munk?]. Vielleicht gibt es ja doch noch Privatfotos, auf denen etwas von den Gebäuden der westlichen Seite der Friedeberger Straße zu sehen ist.

      Und voilà:  [
Das 1. Foto].


Woldenberg — Die östliche Seite der Friedeberger Straße


Woldenberg -- Häuser an Friedeberger Straße      
^   Häuser an der Ostseite der vorderen Friedeberger Straße zwischen Eisenbahntrasse und Anlage (links) an der Bismarckstraße.   (Repro: 2006 – khd)
Woldenberg -- Häuser an Friedeberger Chaussee
^   Häuser an der Ostseite der Friedeberger Chaussee, also vor dem Bahnübergang.   (Repro: 2006 – khd)

      Vor dem Bahnübergang ist im Zuge einer Stadterweiterung seit etwa Anfang des 20. Jahrhunderts auch die Ostseite der Friedeberger Chaussee mit stattlichen Häusern im Villenstil bebaut worden. Davon zeugt
obiges Foto (rechts). Aber wenden wir uns wieder der Friedeberger Straße zu.

Woldenberg/Neumark -- Die vordere Friedeberger Straße
^   Das ist die Bebauung der ‚vorderen‘ (gleich hinter dem Bahnübergang) Ostseite der Friedeberger Straße um etwa 1930. Das zurückgesetzte Haus ganz links war das Wohnhaus des Tischlers Schaede. [Heute in Dobiegniew]   (Repro: 2011 – khd)

      Das auf diesem Foto rechts abgebildete Gebäude, das etwas zurückgesetzt ist, gehörte der Eisenbahn. Unklar ist, ob hier nur Bedienstete der Eisenbahn wohnten, oder ob hier auch etwas Eisenbahnverwaltung untergebracht war. Die Gestaltung der Begrenzung des Grundstücks zur Friedeberger Straße wurde später geändert, wie das
neuere Foto (links) zeigt.

      Hier müßte nun eigentlich ein prächtiges Foto der kleinen (Park-) Anlage zwischen Friedeberger Straße und Bismarckstraße folgen. Aber ein solches ist leider nicht überliefert und heute in Dobiegniew sieht es dort ziemlich anders aus. So müssen wir uns mit dem folgenden unscharfen Mini-Foto (links) begnügen, auf dem auf der linken Seite etwas von dieser Anlage, in der wir Kinder so gerne spielten, zu erahnen ist.

Woldenberg -- Friedeberger Str. 10        
^   Leider nur verschwommen – das Haus Friedeberger Straße 10 (Schaede) mit einem Stückchen der Anlage.   (Repro: 2007 – khd)
Woldenberg -- Eckhaus am Kastanienplatz um 1910
^   Woldenberg – Das Haus Kastanienplatz Ecke Bahnhof- straße um 1910.   (Repro: 2008 – khd)

      Wir sind zurück am Kastanienplatz und schauen auf
das Eckhaus der Bahnhofstraße 1 (rechtes Foto). In diesem Haus war stets ein Kolonialwarengeschäft, wie man das damals nannte. Zuletzt war der Laden im Besitz von Hans Schuchardt. Dieses Gebäude gibt es nicht mehr.

      Abschließend werfen wir noch von der Friedeberger Straße einen Blick zurück in die Milferstaedtstraße, die am Storchnest vorbei zur Woldenberger Altstadt führte.

Woldenberg -- Verlängerte Bahnhofstraße ab Friedeberger Straße
^   Woldenberg – Blick in die verlängerte Bahnhofstraße von der Friedeberger Straße um etwa 1920. Die Straße erhielt später den Namen „Milferstaedtstraße“. [Heute in Dobiegniew]  [Das Bahnhofsviertel]   (Repro: 2011 – khd)


Woldenberg — Luftaufnahme des Bahnhofsviertels


      Die Friedeberger Straße war nicht sehr lang, wie das auf der folgenden Luftaufnahme zu erkennen ist. Aus diesem Foto wird auch deutlich, wie dicht früher der Baumbestand in dieser kleinen (Park-) Anlage (A) zwischen Friedeberger Straße und Bismarckstraße war.

Woldenberg -- Bahnhofsviertel mit Friedeberger Straße vor 1945
^   Woldenberg – Blick auf das Bahnhofsviertel mit der Friedeberger Straße vor 1945. Leider sind die Baukörper nur schemenhaft zu erkennen, aber sie sind. A = Kleine (Park-) Anlage, K = Kastanienplatz, Ü = Bahnübergang.
[Heute in Dobiegniew]  [Das Bahnhofsviertel]   (Repro: 2011 – khd)

      Zwischen dem Bahnübergang und der Bismarckstraße gab es auf der Ostseite der Friedeberger Straße genau 3 Gebäude. Das erste war die „
Bahnmeisterei“, das heute nicht mehr existiert. Die beiden anderen Häuser aus Woldenberger Zeiten sind in Dobiegniew noch vorhanden.

      In der rechten Bildmitte ist auch der alte Trockenplatz bei Ziebarths zu erkennen, den es heute in Dobiegniew nicht mehr gibt. Übrigens, auf diesem Foto sieht man auch das Eisenbahngebäude (etwas links von dem „Ü“), das in Dobiegniew vermutlich zu einer Synagoge umgebaut worden ist.


Dobiegniew — Die frühere Friedeberger Straße


      Vom früheren Haus des Tischlermeisters Schaede in der Friedeberger Straße 10 gab es bisher keine aktuellen Fotos aus Dobiegniew. Im März 2012 änderte sich das. Herr Stach, der schon beim Übersetzen von polnischen Texten geholfen hatte, war so lieb und machte Fotos von diesem Haus aus Woldenberger Zeiten, das 1945 nicht zerstört wurde. Im Mai 2012 folgte ein Foto des Hauses mit Blick zum Hof, das Herr Redlich aufnahm.

Dobiegniew 2012 -- Frühere Friedeberger Straße 10 (Straßenseite)
^   Dobiegniew 2012 – Das ist das Schaede-Haus in der früheren Friedeberger Straße Nr. 10. Heute befindet sich im Schaede-Laden ein Gebrauchtwaren-Handel. Am linken Bildrand ist die alte Bebauung der Bismarckstraße zu erkennen, die ebenfalls erhalten geblieben ist. [Die Hofseite des Hauses]   (Foto: 3.3.2012 – g.stach-152)

      Das Haus hat nur sein farbliches Äußere verändert. War es bis 1945 in einem dezenten Grauton gestrichen, kommt es nun in Türkis daher. Auch bei anderen Häusern in Dobiegniew ist diese auffallende Farbgebung anzutreffen. Herr Stach hat noch viel mehr Fotos — auch von Details im Inneren — angefertigt, deren Darstellung hier aber den Rahmen sprengen würde.

      Dieses Schaede-Haus ist eng mit der Familiengeschichte des Herausgebers dieser Woldenberg/Dobiegniew- Seiten verbunden. Denn in diesem Haus lebten bis 1945 die Großeltern Marie & Gustav Dittberner. Die Wohnung befand sich im 1. Stock hinter den 4 linken Fenstern.

Dobiegniew -- Schaede-Haus 2012    
^   Dobiegniew – Eingang zum früheren Schaede- Haus im März 2012.   (Foto: 3.3.2012 – g.stach-122)
Dobiegniew -- Schaede-Haus 2012
^   Dobiegniew – Das frühere Schaede-Haus mit Hof im Mai 2012.   (Foto: 5.2012 – redlich)


Dobiegniew — Die frühere Friedeberger Chaussee


      Von Woldenbergs Vorstadt, die sich vor dem Bahnübergang befand und sich längs der östlichen Seite der Friedeberger Chaussee und auch am Schlanower Weg erstreckte, sind bislang kaum Fotos aus der Vorkriegszeit aufgetaucht. Hier standen viele feine Häuser — manche schon richtige Villen. Da hier 1945 kaum etwas zerstört wurde, stehen viele dieser Gebäude noch heute in Dobiegniew. Einige Bespiele von 2012:

Dobiegniew -- Frühere Friedeberger Chaussee im Jahr 2012
^   Dobiegniew – Bebauung an der früheren Friedeberger Chaussee vor dem Abzweig nach Driesen (Rohrsdorfer Chaussee). Blick in Richtung Bahnübergang. Gegenüber ist das Gehege.   (Foto: 5.4.2012 – g.stach-218)


      Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts war in dieser Gegend östlich des Woldenberger Geheges der städtische Turnplatz. Aber dieser mußte dem aufkommenden Bauboom weichen. Er wurde deshalb mitten ins Gehege verlegt. Woldenberg brauchte Platz zum Bauen. Auffällig ist, daß dort so viele Häuser im Walmdach-Stil entstanden.

      Diese Fotos der Bebauung der Friedeberger Chaussee brachten letztendlich die Klärung, was die in der Woldenberg-Galerie Nr. 5 abgebildete
Ansichtskarte tatsächlich darstellt: Ein Gebäude an der Friedeberger Chaussee.

Dobiegniew -- Haus an fr. Friedeberger Chaussee      
^   Dobiegniew – Haus an der früheren Friedeberger Chaussee.   (Foto: 4.2012 – g.stach-373)
Dobiegniew -- Haus an fr. Friedeberger Chaussee
^   Dobiegniew – Haus an der früheren Friedeberger Chaussee.   (Foto: 4.2012 – g.stach-373)


Anhang — Weitere Fotos der Friedeberger Straße


      Es gibt nun ein erstes Foto von der westlichen Bebauung des Mittelteils der Friedeberger Straße, das Anfang der 1940er-Jahre gegenüber von der kleinen (Park-) Anlage aufgenommen wurde. Es stammt von der Familie des Woldenberger Musiklehrers Hille, die damals in der Friedeberger Straße wohnten.

Woldenberg -- Westseite der Friedeberger Straße um 1940
^   Woldenberg – Die Bebauung der westlichen Seite der Friedeberger Straße Anfang der 1940er-Jahre. Die abgebildeten Personen sollen hier nicht interessieren, Der Blick auf dem Foto geht in Richtung Kastanienplatz.   (Repro: 2011 – khd)

      Die Friedeberger Straße hatte in der Mitte eine gepflasterte Fahrbahn, dann kam ein unbefestigter Streifen, der in Abständen mit Bäumen bepflanzt war. Vor den Häusern befand sich ein befestigter Bürgersteig. Der Rinnstein war zwischen dem Unterstreifen und dem Bürgersteig. Aber Gullys gab es nicht. Denn ganz Woldenberg hatte bis 1945 keine Kanalisation. Also mußte sich das (Regen-) Wasser irgendwie seinen Weg bis zum See oder Fließ bahnen.

Dobiegniew -- Frühere Friedeberger Straße
^   Dobiegniew – In der Sienkiewisza (frühere Friedeberger Straße) um 2008. Der Blick geht vom Kastanienplatz in Richtung Bahnübergang. Von der früheren Bebauung auf der rechten Straßenseite ist offensichtlich nur dieses markante Haus (rechts) übriggeblieben.   (Foto: um 2008 – eholiday)

Dobiegniew -- Frühere Friedeberger Straße 2012
^   Dobiegniew – Nochmal ein etwas anderer Blick durch die frühere Friedeberger Straße in Richtung Bahnübergang. Rechts dieses markante Haus, in dem heute ein Modegeschäft ist, und links auf der anderen Straßenseite das frühere Schaede-Haus.   (Foto: 5.4.2012 – g.stach-168)


      Betrachtet man das
alte Familienfoto etwas genauer, dann fällt auf, daß nach dem markanten Gebäude noch einige Häuser bis zur Bahnhofstraße hin an der westlichen Seite der Friedeberger Straße standen. Anderseits steht in Dobiegniew ein solches Haus in diesem markanten Baustil ziemlich dicht an der Ecke der früheren Bahnhofstraße. Das läßt vermuten, daß es früher in Woldenberg in der Friedeberger Straße zwei solcher Gebäude gab.

Dobiegniew -- Das markante Haus in der früheren Friedeberger Straße
^   Dobiegniew – Frontansicht des markanten Gebäudes an der früheren Friedeberger Straße im April 2012.   (Foto: 5.4.2012 – g.stach-171)





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