Aus:
Brandenburger Rundschau, Nr. 7/2013,
Juli 2013, Seite 16 + 17 (Aus den Mitgliedsverbänden).
Der Artikel ist mit 8 Abbildungen vom Symposium versehen, die hier nicht wiedergegeben werden, da
diese bereits an anderen Stellen (den Links folgen) publiziert worden sind.
In unserer Ausgabe 4/2013 hatten wir
über die Stadt Woldenberg/Neumark und das im Juni stattfindende Treffen der Woldenberger
Kinder, die nun schon im hohen Lebensalter stehen, informiert. Dieses Treffen ist nun schon
Geschichte, und wir wollen in einer kleinen Rückblende mit vielen Bildern dieses Ereignis den
Lesern als nachahmenswertes Beispiel heimatlicher Verbundenheit vorstellen.
Unter dem Motto Woldenbergs Kinder werden 80 fand in Woldenberg, dem heutigen
Dobiegniew, vom 21. bis 24. Juni 2013 im Schloßhotel Mehrenthin (Palac Mierzecin) erstmals
ein Treffen der letzten Woldenberger Kinder statt. Gut 30 Woldenbergerinnen und Woldenberger sowie
einige Freunde Woldenbergs waren ins Lebuser Land, Polens Provinz Lubuskie, gekommen. In der alten
Heimat erwartete die Teilnehmer ein umfangreiches
Programm, zu dem auch eine Begegnung mit polnischen Kriegskindern gehörte,
die nach 1945 ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben worden waren.
Das Treffen stand in den nicht zu übersehenden Zeichen der Zeit, geprägt durch das Alter,
die Gesundheit oder auch die Beschwernisse einer langen Reise, mussten viele Woldenberger Abstand
nehmen.
Es tut mir leid, daß ich wegen sehr vieler Arbeit an Büchern und wegen meines hohen
Alter, nicht selber mitkommen kann. Aber ich denke an Sie alle, schrieb die Schriftstellerin
Ursula Ziehbarth (geb. 1921) aus Berlin. Angela Palm wünschte der Veranstaltung im Namen
ihres Vaters Erwin Müller (geb. 1931) viel Erfolg, der auf Grund seines Gesundheitszustandes
nicht dabei sein kann und Wolfgang Bredereck grüßte aus dem fernen Australien. Selbst
der Betreuer des
Internetportals
Karl-Heinz Dittberner (geb. 1937) aus Berlin konnte nicht kommen und schrieb: Leider
können viele an dem Treffen nicht teilnehmen, auch wenn sie gerne gekommen wären.
Für sie kommt das Treffen zu spät, da ihre nachlassende Gesundheit eine Reise nicht mehr
erlaubt. So geht es auch mir.
Die Teilnehmer des Woldenberg-Symposiums versammelten sich nach dem Gottesdienst vor dem
Südportal der Backstein- Kirche aus dem 15. Jahrhundert.
(
Foto)
Durchs Portal der alten Kirche ging es zum ev. Gottesdienst, den Pfarrer Dr. Werdin aus
Angermünde leitete. Frau Dr. Renz eines der Woldenberger Kinder begleitete an
der Orgel.
(
Foto)
Im Zabel-Restaurant in der alten Bäckerei fand beim Kaffeetrinken auf Einladung der
Stadt ein erstes Kennenlernen statt.
(
Foto)
Herr Gierlowski, ehem. Mitarbeiter der Dobiegniewer Stadtverwaltung, zeigte in einer Fotosschau das
alte Woldenberg, wie wir es noch in Erinnerung hatten. Er konnte dabei auch via Internet auf die in
Toronto aus dem Woldenberg-Portal archivierten Fotos zugreifen.
(
Foto)
Dobiegniews Bürgermeister Waloch staunt über das erhaltene Gastgeschenk: Eine Nachbildung
des 1858 bei Woldenberg gefundenen Bernsteinpferdchens, das aus der Jungsteinzeit stammt.
(
Foto)
Eine Erinnerung besonderer Art. Wolfgang Bornstädt nimmt Heimaterde aus seinem früheren
Garten in einen Beutel. Dafür hatte Dobiegniews Bürgermeisterei allen Angereisten Beutel
mit dem Stadtwappen überreicht.
(
Foto)
Zum Abschluß des Symposiums gingen die Woldenberger und Dobiegniewer Kriegskinder am Abend des
23. Juni 2013 gemeinsam zum Mehrenthiner Fließ (Mierzecka Struga). Nach sorgfältiger
Vorbereitung war es um 20.47 Uhr dann so weit: Das älteste der anwesenden Woldenberger Kinder,
Gerd Kollmorgen (84) warf die Flasche mit einer Friedensbotschaft mit einem kräftigen Schwung
ins Mehrenthiner Fließ. Sie landete perfekt in der Mitte des Flüsschens.
(
Foto)
Die Reise in die Welt konnte beginnen. Die Friedensbotschaft von Dobiegniew
(
Bild) in Deutsch (links) und Polnisch
(rechts) wird als Flaschenpost übers Mehrenthiner Fließ, die Drage, die Warthe und die
Oder vielleicht bis zur Ostsee gelangen und den Willen zum Frieden und der Versöhnung
verkünden.
Unsere Woldenberger Erinnerungen tragen wir weiter in unseren Herzen.