Woldenberg (Neumark)   —  Dies & Das – Teil 11 khd
Stand:  17.7.2013   (18. Ed.)  –  File: WBG/Ex/Woldenberg_Dies&Das_11.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
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freien Enzyklopädie.
 
Auf den „Dies & Das“-Seiten sind kleine Geschichten, Berichte und Fakten aus der Geschichte der Kleinstadt Woldenberg sowie der Neumark dokumentiert. Sie stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind. [Translation-Service]

I n d e x :


Woldenberg — 1935 wieder Garnisonsstadt


Garnison Woldenberg

Bericht von einer Begehung des neuen Woldenberger Lagers,
das 1934/35 hinterm Gehege gebaut wurde.

Gefunden in: Rau-Sammlung (Seite 100–102). Der folgende Zeitungs-Artikel stammt aus dem Jahr 1935. Unklar ist, in welcher Zeitung des Kreises Friedeberg er damals publiziert wurde. Vermutet wird: „Friedeberger Kreisblatt“. Auch wenn der NS-orientierte Ton dieses Artikels nicht zu übersehen ist, wird dieser Artikel hier ungekürzt dokumentiert, da er eine Fülle an Informationen enthält, die heute [2013] allzuoft nur noch sehr ungenau bekannt sind. Es ist keine Frage, in Woldenberg war man damals sehr stolz darauf, daß sich in der Kleinstadt wieder Militär niedergelassen hatte. Daß Hitler damit seine Angriffs-Kriege vorbereitete, auch das wurde damals nicht hinterfragt. Die Zwischentitel wurden in dieser Dokumentation zur besseren Lesbarkeit redaktionell hinzugefügt.


WOLDENBERG – 16. August 1935. Kaum war das Wehrgesetz erlassen [Ed: am 16. März 1935], als sich auch schon deutsche Volksgenossen freiwillig zur Armee meldeten. Zu diesen Freiwilligen gehörten auch jene, die durch ihr Alter (25 bis 35 Jahre) nicht mehr zu den Aktiven zählten. Fast alle hatten bereits feste Berufe ergriffen, sei es selbstständig als Bauer, Handwerker und Kaufmann oder auch als Arbeiter, Angestellter oder Beamter und auch aus den Reihen der Arbeitslosen. Sie wollten durch die Tat ihre Liebe zum Führer, der uns die Wehrhoheit zurückgab, und zu Volk und Vaterland beweisen.

      Aus Neigung zum Soldatenberuf, die jedem guten Deutschen im Blute steckt, sollten sie befähigt werden, im Notfalle Heimat und Scholle zu verteidigen, ihnen eine kurze, im Durchschnitt zweimonatige Ausbildung zu geben, ist Aufgabe der Erg. Bataillone. Der Nummer nach das I. Erg. Bataillon im II. Armeekorps wurde in Woldenberg stationiert, worüber unsere Nachbarstadt von uns Driesener nicht wenig beneidet wird. Woldenberg sollte hiermit als frühere Garnisonstadt wieder zu Ehren gebracht werden.

Kriegsausbildung in Schnellkursen

      Die große Bedeutung der Erg. Bataillone beruht darauf, daß hier alle diejenigen erfaßt werden, die eine militärische Ausbildung nicht erhalten haben. Es sind dies die Jahrgänge im Alter von 25–35 Jahren [Jg. 1900–1910], die im Wehrgesetz als Ersatzreserve bezeichnet sind. Die Ausbildung dieser Männer hat seine besondere Eigenart darin, daß nur eine kurze Zeit der Ausbildung zur Verfügung steht. Es heißt sich auf das Wesentliche beschränken. Wenn nun auf der einen Seite Rücksicht auf das gereifte Alter der Leute genommen werden muß, so müssen die höheren Ansprüche an die ernsthafte Auffassung des Dienstes und an den guten Willen der Freiwilligen den genannten Nachteil aufheben. Es verdient besondere Betonung, daß die Rekruten der Erg. Bataillone bisher noch nicht ausgehoben wurden, sondern sich freiwillig zur Uebung gemeldet haben.

      Das Gebiet, aus dem sich das I. Erg. Bataillon den Ersatz holt, der ihm durch das Wehrbezirkskommando zugeführt wird, fällt mit den Kreisen Friedeberg, Arnswalde, Soldin, dem Netzekreis und einem Teil des Kreises Satzig zusammen. Es sind also die Gebiete, in welchen die Männer mit der Scholle verwurzelt sind, die Heimat, die sie verteidigen werden. Die Ausbildung legt den Schwerpunkt auf den Gelände- und Schießdienst, der in einer Mannschafts- und einer Unterführerklasse erfolgt, aus welcher die Unterführeranwärter als Gefreite der Reserve ausscheiden, um bei der aktiven Truppe durch Uebungen weiter — unter Umständen bis zum Reserve- Offizier — gefördert werden.

Woldenberg/Nm -- Richtstraße mit Prochnow-Hotel
^   Woldenberg/Nm – Das Wehrmachts-Lager hinter dem Gehege an der Chaussee nach Friedeberg um 1936. In diesem Baracken-Lager für 3 Kompanien befand sich das „I. Ergänzungs-Bataillon Woldenberg“. Das Lager wurde 1934/35 gebaut. In etwa 2-monatigen Schnellkursen wurden hier die bislang „Nicht-Aktiven“ im Kriegsdienst ausgebildet — Hitler brauchte viele Soldaten für den geplanten Krieg. Im August 1935 gab es eine Führung für die Presse. Ab Herbst 1944 fand in den Baracken der Schulunterricht statt, da Woldenbergs Schule als Lazarett verwendet wurde. Es ist also nicht das Kriegsgefangenen-Lager „OfLag-IIC“, das erst nach dem Kriegsbeginn ab 1939 gegenüber auf der anderen Seite der Chaussee entstand.   (Repro: 2013 – khd)


      Demgegenüber ist der Staat nach besten Kräften bemüht, auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Freiwilligen zu versorgen. Neben der guten Verpflegung erhält jeder Mann 40 Rpf [Reichspfennig] täglich an Löhnung, Unterführer 70 Rpf. Die Kleidung ist selbstverständlich frei und auch die Wäsche übernimmt der Staat. Putzzeug für die Bekleidung wird geliefert. Auch für die Angehörigen ist gesorgt worden. Diese erhalten, soweit sie über keine ausreichenden Einnahmen verfügen, für den Tag für die Ehefrau 1,50 RM [Reichsmark] und für jedes Kind 50 Rpf [0,50 RM], darüber hinaus wird noch ein Mietszuschuß gewährt. So müßte es nun für jeden Deutschen eine Ehrenpflicht sein, an diesen Uebungen teilzunehmen. Es gilt den Wehrwillen in Deutschland zu stärken um Deutschlands Grenzen zu schützen und die Heimat zu verteidigen, wenn eine Zeit rufen sollte.

Besichtigung des Lagers

      Am Mittwoch nachmittag war zur Besichtigung des
Woldenberger Lagers von dem Standortkommandanten die Presse der Kreise Friedeberg, Arnswaldc, Soldin und Berlinchen eingeladen worden. Alle Zeitungen des Bezirkes hatten Vertreter entsandt und wenn auch ein leichter Regen die Stunden trübte, so waren doch alle gern erschienen, um sich ein Bild von der wieder aufblühenden deutschen Wehrmacht zu machen. Der Lagerplatz erwecke sogleich bei Betreten einen guten Eindruck. Zwischen den einzelnen Baracken sind Rasenflächen angelegt, mit Blumenbeeten ausgestattet. Auch an allen Fenstern der Baracken waren Blumenbretter angebracht, die der Obhut und Pflege der Bewohner übergeben sind.

Woldenberg -- Baracken-Lager der Deutschen Wehrmacht
^   Auch das war Woldenberg. Unweit der Kaisereiche befand sich hinter dem Gehege das große Barackenlager der Deutschen Wehrmacht. Stationiert war hier ein Ersatz-Bataillon.  (Repro: 2006 – bredwolf-File0121)
      Hauptmann und Adjutant Dr. Meier – Oberist begrüßte die Erschienenen und meldete dem Bataillons-Kommandeur Major Arndt, der die Führung durch das Lager selbst übernahm. Zunächst gab dieser einige Erläuterungen über den Aufbau des Lagers, das für 3 Kompagnien eingeteilt ist. Jede Kompagnie verfugt über 2 Wohnbaracken und 1 Geschäftsbaracke. Die Einrichtung der Baracken ist trotz des beschränkten Raumes ausreichend, von soldatisch- preußischer Einfachheit. Größte Sauberkeit herrscht überall. Die Wohnräume lassen sich im Winter durch Ofenheizung ausreichend erwärmen. Je 10 Mann und ein Unterführeranwärter liegen zusammen auf einer geräumigen Stube, die im allgemeinen in Schlaf- und Wohnraum getrennt worden ist. Die Betten sind mit Strohsack, Wolldecke und Bettbezügen ausgestattet.

      Auch die sanitären Anlagen sind vorbildlich. Eine besondere Baracke enthält das Krankenrevier, wo auch ein besonderes Untersuchungs- und Arztzimmer vorhanden ist. Eine der Baracken enthält die Kantine, die alles Erforderliche für die Freizeit liefert. Anschließend befinden sich die Speisesäle, sogar mit einer Radioanlage ausgestattet. Die nun gleich folgende Küche ist auf das modernste eingerichtet. Zwei große Kochkessel sind aufgestellt, in einem wurde der Kaffee zum Abendbrot gebrüht. Weiter ist die Küche mit mehreren Bratöfen versehen und einem besonderen Ofen für die Zubereitung der Fischgerichte. Bei der Besichtigung der Küche wurde sogleich auch einmal das Küchenbuch revidiert, um die Speisekarte zu sehen.

Solide Verpflegung

      Recht abwechslungsreich ist die Speisenfolge, sie zeigt, daß für das leibliche Wohl aller Lagerbewohner bestens gesorgt ist. So gab es neben Gemüsen u. a. Rinderbraten, Königsberger Klops, Bockwurst mit Kartoffelsalat und einmal wöchentlich ein Fischgericht. Zum Abendbrot ist Kaffee, Tee und Kakao abwechselnd vorgesehen und dazu ein gutes Gewicht an Wurst, Käse und dergleichen. Erbssuppe, die sonst das Nationalgericht der Soldaten zu sein scheint, war wohl gestrichen, denn eine solche Eintragung konnten wir nicht gleich finden. In einem Nebenraum wurden die Kartoffeln für die nächste Mahlzeit geschält, 8 Zentner [400 kg]. Der Kommandeur erläuterte hierzu, daß bei einzelnen Mannschaften das überflüssige Fett zwar verschwunden sei, daß aber trotzdem nach Beendigung der ersten Uebung noch eine Gewichtszunahme festgestellt wurde. So hatte einer der Freiwilligen, der wohl über reichlich Fett verfugte, sich verpflichtet, für jedes abgenommene Pfund 3 RM zu zahlen. Zum Schluß stellte sich jedoch heraus, daß er noch einige Pfund zugenommen hat. Mit dem leichten Verdienst für die Lagerkasse war es damit nichts geworden.

      Außer diesen genannten Baracken sind weitere in Bau und auch schon fertig gestellt. So die Waffenschmiede mit einer Tischlerei und einer Stellmacherei. Ein nicht sehr geräumiger Stall ist für die Unterbringung der Offizierspferde bestimmt. Hier hat auch der Bataillons-Bock, ein prächtiger junger Ziegenbock, Unterkunft gefunden, „er soll alles Böse vom Lager fernhalten!“

      Dem Lager schließt sich ein großer Exerzierplatz an, der in seinem wellenförmigen Gelände einen vorzüglichen Übungsplatz abgibt. Lediglich der feine „Wüstensand“ ist eine unerfreuliche Begleiterscheinung. Die Schießstände bilden die nördliche Begrenzung des Platzes, der durch einen Drahtzaun von dem eigentlichen Lagerplatz getrennt ist. Auf den freien Plätzen, zwischen den Baracken wurde eifrig exerziert und von den Schießständen dröhnte Schuß auf Schuß anzeigend, daß auch dort geübt wurde.

Woldenberg -- Fahnenappell im Baracken-Lager der Wehrmacht
^   Woldenberg – Fahnenappell im Barackenlager. Das berüchtigte Kriegsgefangenen-Lager „OfLag IIC“ befand sich auf der anderen Seite der Friedeberger Chaussee (Schlanower Seite).  (Repro: 2006 – bredwolf-File0120)
      Eigenartig wirkte die Uniformierung der Freiwilligen. Der grau-grüne Stoff und auch die Kopfbedeckung paßten nicht zu dem Bild, das man sich von unsern Feldgrauen gewohnter Weise macht. „In altgewohnter, preußischer Sparsamkeit“ müssen diese Uniformen aus früheren Beständen aufgetragen werden, wie uns der Kommandant versicherte. Im übrigen ist dies auch nur die „Dienstuniform“, außerhalb des Lagers wird Feldgrau getragen... wenn es mal Urlaub gibt.

Angestellte und Handwerker helfen

      Die Mannschaften fühlen sich recht wohl und versehen gern und mit Eifer ihren Dienst. Auch das Verhältnis zu den Vorgesetzten ist ein Erfreuliches. Bei den Offizieren handelt es sich ausschließlich um Frontsoldaten, die hier ihre Kriegserfahrung verwerten. Die ausbildenden Unteroffiziere sind zum Teil von der aktiven Truppe übernommen, zum Teil sind es langgediente Leute, die wieder eingestellt wurden. Groß ist die Zahl der Zivilangestellten im Lager, was die Besucher nicht wenig verwunderte. Neben zahlreichen Angestellten, die in den Geschäftszimmern den Schriftverkehr erledigen, sind auch zahlreiche Handwerker für die Instandhaltung des Lagers, der Bekleidung und der Waffen beschäftigt. Alle Handwcrkerstuben sind vorbildlich eingerichtet; Schuster, Schneider, Schmiede usw., sowohl Meister als auch Gesellen, haben hier Arbeit und Brot gefunden. Die Kleider- und Waffenkammern sind trotz des beschränkten Raumes in peinlicher Ordnung gehalten.

Neue Wohnungen müssen her

      „Wo viel Licht ist, ist viel Schatten“, sagte schon Goethe und bei all dem Guten sind auch hier Nachteile noch vorhanden. Um all diese zu beseitigen, muß die Woldenberger Stadtgemeinde noch recht tief in den Geldbeutel greifen, und die verehrten Stadtväter werden noch oft ihr sorgenvolles Haupt schütteln über das, was gemacht werden soll und das, was noch gewünscht wird. Zunächst und am vordringlichsten ist die Wohnungsfrage. Offiziere, Ausbildungspersonal und auch die Zivilangestellten sind größtenteils verheiratet und wünschen Wohnungen, die in Woldenberg in genügender Zahl nicht zu haben sind.

      Hier wird in kürzester Zeit Abhilfe geschaffen werden müssen und dürfte dies sowohl im Sinne der Arbeitsbeschaffung als auch durch erhöhte Steuereinnahmen sich auswirken. [Ed: Das Wohnungsproblem der Militärs wurde ab 1935 durch den Neubau von Wohnhäusern auf dem Galgenberg (neue Gneisenaustraße) und an der Wutziger Straße gelöst. Diese Gebäude sind heute in Dobiegniew noch alle vorhanden]. [
Foto der Häuser auf dem Galgenberg]

Keine zentrale Wasserversorgung — keine Kanalisation

      Zu den Nachteilen gehört mit voller Berechtigung auch die Kanalisationsfrage. Woldenberg steht hierbei noch weit im Hintertreffen, denn diese Frage ist in unserm schönen Driesen fast vergessen. Das Lager des Erg. Btl. ist hier bereits durch eigene Pumpwerk-, Wasserwerk- und Kläranlage vorbildlich vorangegangen, jedoch dürfte die Durchführung in der Stadt noch auf große finanzielle Schwierigkeiten stoßen, genau so wie die Schulfrage, denn Woldenberg besitzt keine höhere Schule, die nun gleichfalls gewünscht wird. Hier wird vielleicht der Staat ein Einsehen haben und mit einer namhaften Beihilfe einspringen. [Ed: Das Wasser/Abwasser-Problem der Stadt wurde erst unter polnischer Regie bis 1987/88 gelöst].

Und die Bahnverbindungen sind schlecht

      Ohne Geldkosten läßt sich ein anderer Uebelstand beseitigen, und das ist die schlechte Bahnverbindung der Nebenbahn Kreuz — Stettin, wo es mit den Anschlüssen besonders in Kreuz zur Ostbahn (Richtung Berlin) als auch in Stettin sehr schlecht bestellt ist. Hier dürften einige energische Schritte der Militärverwaltung bei den beteiligten Eisenbahndirektionen gewiß von Erfolg sein, denn „der Dienst am Kunden“ ist ja bei der Eisenbahn kein Fremdwort mehr. Durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden werden sich in absehbarer Zeit diese Schwierigkeiten wohl beheben lassen.

Woldenberg -- Baracken-Lager hinterm Gehege
^   Woldenberger Lager an der Friedeberger Chaussee. Dieses Baracken-Lager der Wehrmacht war also ein reines Ausbildungslager, kein Standort einer kampfbereiten Truppe. Und ab Herbst 1944 wurde ein Teil der Baracken als Schule genutzt, da das Schulgebäude an der Kirche – angesichts der näher rückenden Ostfront – als Lazarett benutzt wurde. Die Holz-Baracken existieren heute (2003) nicht mehr.   (Repro: 2003 – khd)

Vorbildliches Lager

      Das Lager in Woldenberg darf als vorbildlich bezeichnet werden, wurde es doch in wenigen Monaten erstellt, um nun seinen Zwecken zu dienen. Vor einigen Wochen wurden die ersten Uebungsteilnehmer bereits entlassen, ein neuer Kursus hat begonnen, um den Freiwilligen den militärischen Schliff zu geben und im Waffenhandwerk auszubilden. Wenn der Erg. Mann nach Schluß des Lehrganges das Lager verläßt, soll er freudigen Herzens wieder zu seinen Beruf zurückkehren, mit der Empfindung, daß die beiden Monate des Soldatseins nicht nutzlos verflossen sind, sondern daß sie ihm Bleibendes gebracht haben.

      Jeder Ersatz-Reservist, der im Erg.-Batl. Woldenberg übte, soll in Zukunft für den Wehrgedanken werben und bereit sein, die Grenzen seiner engeren Heimat wie des ganzen Reiches, wenn es sein muß, zu schützen. [Editor-2013: Aber als es 10 Jahre später — im Januar 1945 — darauf ankam, da waren zwischen Weichsel und Oder kaum noch Soldaten der Wehrmacht da, die längst Verlorenes „zu schützen“ vermochten].

[
Relikte des Lagers, die noch heute in Dobiegniew vorhanden sind]




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