Woldenberg (Neumark)   —  Dies & Das – Teil 6 khd
Stand:  23.8.2011   (49. Ed.)  –  File: WBG/Ex/Woldenberg_Dies&Das_06.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
In Wikipedia, der
freien Enzyklopädie.
 
Diese Seite der „Dies & Das“-Serie widmet sich den Geschichten einiger Woldenberger und Woldenbergerinnen. Die Geschichten stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind. Sie wurden eher zufällig gefunden. [Translation-Service]

I n d e x :


Mohnhaupt — Bei uns zu Haus’


Auf steinigen Wegen

Ein autobiographischer Roman

Hinweis auf: Roman-Trilogie, 2004, in 3 Bänden im Selbstverlag von HEINZ MOHNHAUPT. [Buch-Daten]

      H einz Mohnhaupt (Jg. 1930) schildert in 3 Bänden seine Kindheit in Woldenberg, die Flucht vor der Roten Armee aus Woldenberg über die Oder nach Vorpommern mit Pferd und Wagen sowie die ersten Nachkriegsjahre seines Lebens in der DDR.

      Das erste Buch „Bei uns zu Haus’“ (1942–1945) beschreibt das sehr kärgliche Leben in seiner Kindheit in Woldenberg sowie auf Bayershof bei Woldenberg. Trotz aller Ärmlichkeit erleben aber Heinz Mohnhaupt und seine Schwester Irmgard (*1933) auch viele frohe und komische Stunden. So manches aus dem Stadtleben und dem Schulalltag wird geschildert, was eigene Erinnerungen an die kleine Stadt am großen See wieder aufleben läßt. Das Buch schließt Ende Januar 1945 mit dem Beginn der Flucht nach Westen.

      Im zweiten Buch „Wege ins Ungewisse“ (1945–1948) folgt die Beschreibung der beschwerlichen Flucht von Bayershof mit 3 Pferde-Fuhrwerken über tiefverschneite Chausseen in Richtung Oder bis in die Gegend von Anklam. Im Mai 1945 erfolgte nach dem Kriegsende mit dem Ruf „Zurück in die Heimat!“ die Rückkehr nach Bayershof. Aber schon im Juni 1945 erfolgte dann die endgültige Vertreibung aus der neumärkischen Heimat. Es beginnt die schwierige Nachkriegszeit in Vorpommern – eine neue Heimat mußte gefunden werden.

      Namen aus Woldenberg, die im 1. Buch vorkommen sind unter anderem: Bredereck (Bekleidungshaus), Dallmann (Lebensmittelladen), Engnath, Göshel, Grüning (Bauer auf der Papiermühle), Hendel (Kleinbauer), Hinze (Bäcker), Höhne, Jentsch (Briefträger), Juch (Maler), Karowski, Kleber, Lehmann (Bauer), Dr. Ludwig (Praktischer Arzt), Mantay, Marzinski (Schuldiener), Oehlke (Volksschullehrer), Pagel, Pauli (Gärtnerei), Polzfuß, Priebe, Prochnow (Eisen- und Haushaltswaren, Spielzeug), Puhl (Fleischer), Rosin (Fischer), Sann (Drogerie), Schauseil (Lehrer), Schumann (Friseur), Seifert (Hausschlachter), Starkenberg (Bauer auf Bayershof, im Buch Starkenfeld genannt), Veit (Tabakladen), Wegener, Wenzel (Bauer in der Nähe von Bayershof), Wenzel (Fleischer), xxx (xxx).


Dessombes — Malerin der Mark


Kleine Wunder

Bilder von Annelie Dessombes in der Kulturscheune

Gefunden in: Potsdamer Neueste Nachrichten, 30. März 2007, Seite xx (Kultur). [Original]

      SEDDINER SEE / KÄHNSDORF. Sonnenschein und laue Lüfte künden den Frühling, so ruhig wie der Seddiner See wirkt auch das Himmelsblau: ideale Bedingungen für eine Verkaufsausstellung der Michendorfer Malerin Annelie Dessombes in der Kähnsdorfer Kulturscheune. Wer bei dem tiefstapelnden Titel „Die Natur hat zehntausend Farben“ an seinen Drucker („Millionen Farben“) denkt, der weiß, dass das nicht stimmen kann. Aber das von der Künstlerin gesetzte Maß ist ja auch schon mehr, als das, was man gelegentlich zu sehen bekam.

      1944 im Neumärkischen Woldenberg nahe Frankfurt, aber jenseits der Oder, geboren, arbeitete Annelie Dessombes als Kunsterzieherin in Berlin, bis sie im Jahre 2000 nach Michendorf zog. Ihr Metier ist vor allem die liebliche Landschaft vor ihrer Haustür, Märkisches Land, Wälder, blühende Felder, Himmel und Seen, wovon viele der fünfundzwanzig Arbeiten ein sehr kunstvolles Zeugnis ablegen – in zehntausend pastellenen Farben wohlmöglich, vielleicht mehr, vielleicht ein paar weniger, wer wollte da nachzählen. In jedem Falle ein so glücklicher Wurf, dass sich die Gäste der Vernissage viel mehr als sonst um gute Einsicht drängeln mussten.

      Ihr künstlerisches Credo: „Viel zu oft werden die kleinen Wunder der Natur übersehen“, wozu sie offenbar auch die gewaltigen Himmel bei „Birken“ oder „Sommer“ zählt. Diese Mysterien möchte sie dem Betrachter wieder nahebringen, gleichsam vor Augen führen. Es sind richtig schöne Arbeiten darunter, bei denen sich die ästhetische und die handwerkliche Seite in eines fügen, in Kunst, wie etwa beim „Weg“, dem Primus unter den Ausstellungsstücken. „Lienewitzsee“ zeigt das Sujet in trefflichem Nebel, „Havelland“ eine Uferzone mit ansteigender Böschung, kiefernbewachsen, „Abendstimmung“ den märkischen Himmel mit roséfarbenen Tönen, wie ihn hier jedermann kennt. Annelie Dessombes hat tatsächlich das Talent, die Zahl der natürlichen Farben darzustellen. [weiter]


Ziebarth — Mit Woldenberger Wurzeln


Die Muse von Gottfried Benn

In der Wunderkammer der wiedergefundenen Zeit

Hinweis auf: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/Main, 3. November 2007, Seite 23 (Bilder und Zeiten) von HENRIKE THOMSEN. [Original]

      U rsula Ziebarth ist die 1921 in Berlin geborene Enkelin von Otto Ziebarth, der in Woldenberg das beliebte Theater- und Veranstaltungshaus in der Nähe der alten Friedhöfe besaß. Sie lebt heute in Berlin und hat in ihrem Leben eine einmalige Sammlung von Kunstgegenständen zusammengetragen.

      Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete Ursula Ziebarth und ihrer Sammlung 2007 unter dem Titel „In der Wunderkammer der wiedergefundenen Zeit“ einen längeren Artikel.

      Der Name Ziebarth hatte bei älteren Woldenbergern einen sehr guten Klang. Denn mit dem Ziebarthschen Konzert- und Veranstaltungshaus an der Moltkestraße verbanden sie viele guten Erlebnisse. Sie erzählten in den 1950er-Jahren von vielen Festen und Bällen, die dort gefeiert wurden, vom allerersten Kino (das war noch Stummfilm), das sie dort sahen und von wunderschönen Theater-Aufführungen, die den Weg in die kleine Stadt am großen See gefunden hatten.

      Davon sind nach 1945 nur noch die „zementene Tanzplatte“ im Freien und die „hohen Kastanien“-Bäume übriggeblieben, wie das Dr. Schenk von seiner Reise 1968 berichtete. Ob Ursula Ziebarth weitere Erinnerungen an Woldenberg aufbewahrt, ist nicht bekannt. Der Zeitungsartikel gibt darauf keine Antwort. Aber sie hat etwas über Woldenberg in einem Buch aufgeschrieben.


Rupprecht — Ein Woldenberger in Berlin


Oper im Keller

Martin Rupprecht – Ein Bühnenbildner aus Woldenberg

Gefunden in: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. März 2008, Seite xx (Kultur). [Original]

      L auter kleine Welten. Das Regal quillt fast über. Von "Anatevka" bis zum "Wiener Blut" stapeln sich die Modelle, in denen Martin Rupprecht seine Entwürfe im Kleinen ausprobiert hat – bis für seine Bühnenbilder dann wirklich der Vorhang aufging. Seit Mitte der sechziger Jahre ist der 1937 in Woldenberg (Neumark) geborene Künstler ein international gefragter Spezialist fürs Musiktheater. Das Ephraimpalais [in Berlin] zeigt nun Martin Rupprechts Bühnenbilder und Kostüme (Poststraße 16, bis 1.6.[2008], Di.–So. 10–18, Mi. 12–20 Uhr, Katalog 29,80 Euro). [Ausstellungs-Flyer]

      Seine stilistische Bandbreite zeigt allein ein Raum mit Bühnenbildern und Kostümen verschiedener "Zauberflöten"- Inszenierungen, in Chemnitz, Athen oder St. Petersburg. Sein Arbeitsmittelpunkt in Berlin war die Deutsche Oper. Ausgerechnet die umstrittenen Premieren dort bleiben in der Ausstellung aber unterbelichtet: "Der Untergang der Titanic", 1979 uraufgeführt, machte das Publikum zum Mitakteur des Dramas, schickte Darsteller und Zuschauer auf eine Reise bis in den Keller des Opernhauses. An der Bismarckstraße fand 1976 auch die deutsche Erstaufführung von Hans Werner Henzes "We come to the River" statt.

      Die Kriegsschlacht im Einheitsbühnenbild setzte sich in vehementen Diskussionen im Publikum fort. Die Arbeit mit Studenten war über lange Zeit Rupprechts zweites Standbein: "Meine beiden Berufe sind geprägt vom Geben und Nehmen, vom Suchen und Lassen", bemerkte Rupprecht einmal, "denn Theater muss sich immer neu gebären und sich permanent verändern."


Rosenberg — Mußte auswandern


Erinnerungen an Woldenberg/Nm

Ein Bericht über jüdisches Leben in der Vor-Nazizeit in Woldenberg

Hinweis auf: khd-research, Berlin, 1. September 2009, Extra-Seite (Woldenberg) von HANS-JOACHIM ROSENBERG. [Original]

      H ans-Joachim Rosenberg ist der 1915 in Woldenberg geborene Sohn von Willy Rosenberg, der in Woldenberg ein feines Konfektionsgeschäft in der Richtstraße 52 betrieb. Willy Rosenberg, dessen Ehefrau Ella sowie Eva, die Schwester von Hans-Joachim Rosenberg wurden alle von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Sie waren Juden. Hans-Joachim Rosenberg gelang mit seiner Ehefrau im Frühjahr 1939 gerade noch die Flucht über Belgien nach England, wo er genau an seinem 24. Geburtstag am 17. April eintraf.

      Nach dem Kriegsausbruch am 1. September 1939 trat er der britischen Armee bei und kämpfte mit den Engländern gegen Nazi-Deutschland – eine durchaus merkwürdige Situation für ihn, hatten doch sein Vater Willy und sein Onkel im 1. Weltkrieg (WW I) das Eiserne Kreuz vom Deutschen Kaiser erhalten. Nach dem 2. Weltkrieg (WW II) wanderten die Rosenbergs nach Australien aus. [Zu den Erinnerungen]


Bergmann — Ein Pädagoge aus Woldenberg


Ein Nachruf

Claus Bergmann ist gestorben

Gefunden in: Stuttgarter Zeitung, 10. September 2009, Seite xx (Fellbacher Zeitung). [Original]

      BAD CANNSTATT. Der ehemalige Direktor des Friedrich-Schiller-Gymnasiums (FSG) in Fellbach, Claus Bergmann, ist am Montag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Bergmann hat das Fellbacher Gymnasium als Oberstudiendirektor fast 20 Jahre lang von Januar 1979 bis zum Sommer 1998 geleitet. Ursprünglich stammte der Pädagoge aus Woldenberg, dem heutigen Dobiegniew in Polen.

      In Stuttgart fand er nach dem Krieg eine neue Heimat. Bergmann lehrte nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik in Waiblingen, 1979 wurde er zum Schulleiter der FSG als Nachfolger von Walter Mäck ernannt. Kollegen und Schüler haben ihn als unbürokratischen, mit natürlicher Autorität gesegneten Schulleiter in Erinnerung. Claus Bergmann wird am Freitag, 11. September, 12 Uhr, auf dem Hauptfriedhof in Stuttgart-Steinhaldenfeld beerdigt. Die anschließende Trauerfeier findet in der Sommerrainkirche, Mimosenweg 22, statt.


Bornstädt — Woldenberger Straße gewünscht


Erinnerung an die Namenlosen

Wolfgang Bornstädt hatte die Idee, dass Premnitz eine Woldenberger Straße bekommen soll / [Ed: übrigens, diese Namenlosen sind nicht so ganz namenlos]

Gefunden in: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam, 22. Juni 2010, Seite xx (Lokales) von BERND GESKE. [Original]

      PREMNITZ. Als achtjähriger Junge kam er mit seiner Mutter, zwei kleinen Brüdern und rund 450 weiteren Woldenbergern am 28. Januar 1945 mit dem Zug in Premnitz [Ed: liegt südlich von Rathenow an der Havel] an. Heute ist Wolfgang Bornstädt 73 Jahre und hat nicht vergessen, woher er einstmals kam. Er ist der Mann, der die Debatte in Gang gebracht hat, die die Stadt Premnitz heute beschäftigt. Soll die Leninstraße am Dachsberg in Woldenberger Straße umbenannt werden? So lautet die Frage, die übermorgen von den Stadtverordneten entschieden werden soll.

      Den entsprechenden Antrag hat die Wählergemeinschaft Döberitz-Mögelin-Premnitz gestellt, die CDU und Bürgermeister Roy Wallenta haben Zustimmung signalisiert. Doch da sich Linke und SPD bisher eher gegenteilig aussprachen, sieht es so aus, als wenn es für die Umbenennung der Leninstraße keine Mehrheit geben wird.

      Es ist nie der Wunsch von Wolfgang Bornstädt gewesen, die Leninstraße zur Woldenberger Straße zu machen. Ihm hätte es am besten gefallen, den noch immer namenlosen Platz vor dem neuen Rathaus so zu benennen. „Aber dieser Platz vor dem Rathaus liegt vielen wohl zu zentral“, sagt er heute und räumt ein, er würde auch mit einem weniger repräsentativ liegenden Ort einverstanden sein. Der Streit um die Leninstraße ist ihm sehr unangenehm. Wolfgang Bornstädt sagt: „Die Würde der Betroffenen geht auf diese Weise total verloren.“

      Woldenberg lag in der Neumark, die seinerzeit ein Teil der Mark Brandenburg war und hatte rund 5500 Einwohner. Seit dem Kriegsende heißt die Stadt Dobiegniew, gehört zur Republik Polen und hat heute ungefähr 3000 Einwohner. Als die Ostfront näher rückte, wurde in Woldenberg um 0 Uhr am 27. Januar 1945 der Räumungsbefehl gegeben. Vier Züge hatten Verwundete von der Front holen sollen, waren aber nicht mehr durchgekommen. Kurzerhand wurde mit ihnen Woldenberg evakuiert. Drei Züge gelangten nach Anklam, wie es geplant war [Ed: nee, der erste Zug ging nach Berlin, Stettiner Bahnhof, wie in meinem Fluchtbericht beschrieben]. Weil es aber Kampfhandlungen gab, wurde ein Zug nach Premnitz umgeleitet – und seine Insassen mussten dort aussteigen.

      Alles, was er kriegen konnte, hat Wolfgang Bornstädt über seine frühere Heimat gesammelt. Berichte, Fotos und Postkarten füllen zwei dicke Ordner. Er besitzt eine geschichtliche Schrift „700 Jahre Woldenberg“ von 1998, eine Chronik von 1895 und nicht zuletzt den Mitschnitt einer NDR-Sendung über Woldenberg und seine Vergangenheit. Er sagt, er fühle sich zu 80 Prozent als Premnitzer, zu 20 Prozent als Woldenberger und zu 100 Prozent als Brandenburger. „Woldenberg ist mein Geburtsort, den ich liebe“, blickt er zurück und ergänzt: „Was wir Heimatvertriebenen mitgemacht haben, kann nur verstehen, wer erlebt hat, was wir erlebt haben.“ Um an die historischen Ereignisse zu erinnern und auch um den Beitrag aller Flüchtlinge und Vertriebenen zum Gedeihen der Stadt Premnitz und ihres großen Werkes zu würdigen, soll eine Woldenberger Straße geschaffen werden.

      1967 ist Wolfgang Bornstädt zusammen mit seiner Frau, seiner Mutter, einem Bruder und einem Sohn erstmals wieder seit dem Kriegsende nach Dobiegniew/Woldenberg gefahren. Es war ihm endlich gelungen, die Einladung eines polnischen Bürgers zu bekommen, ohne die er sonst nie eine Ausreisebescheinigung [aus der DDR] bekommen hätte. Von da an reiste er so ziemlich jedes Jahr einmal in seine alte Heimat, die übrigens rein landschaftlich dem Havelland sehr ähnlich ist.

      Zusammen mit seiner Frau wird er sich in der nächsten Woche wieder einmal auf die Reise machen. Gebiets- und Eigentumsrückforderungen liegen Wolfgang Bornstädt vollständig fern. „Ich möchte einfach nur in meine Geburtsstadt fahren können, so wie ich nach Berlin oder Potsdam fahren kann“, stellt er fest. Und dieser Wunsch sei für ihn ja erfüllt, nachdem Polen 2004 in die EU aufgenommen worden ist. Wenn er seitdem über die Grenze fährt, muss er nicht einmal mehr seinen Ausweis vorzeigen.

Nachtrag – 30.6.2010 (khd). Es kam, wie es wohl kommen mußte: Diese Straßen-Umbenennung in Premnitz ist vom Tisch. Aus der Leninstraße wird nicht die Woldenberger Straße. Die Märkische Allgemeine berichtet gestern, daß die Antragsteller [Wählergemeinschaft Döberitz-Mögelin-Premnitz (DMP)] ihren Namensantrag in der Stadtverordnetenversammlung zurückgezogen haben. Da sich darum ein enormen Streit zwischen den Parteien anbahnte, habe ein Vertreter der Woldenberger die DMP-Fraktion darum gebeten, heißt es. [mehr über Wolfgang Bornstädt]


Schmidt — Ein Chemie-Professor aus Woldenberg


Ein Nachruf

Im Alter von 80 Jahren verstarb am 19. November 2004 Prof. Dr. Ulrich Schmidt, einer der führenden Peptid- und Naturstoffchemiker Deutschlands.

Gefunden in: Stuttgarter Uni-Kurier – Nr. 95, Mai 2005, Seite xx (In memoriam) von ULI KAZMAIER. Ulrich Schmidt ist vermutlich der Sohn des Woldenberger Zahnarzts Dr. Albert Schmidt, Bahnhofstraße 8. [Original]

      STUTTGART. Geboren am 24. Mai 1924 in Woldenberg (Kreis [Friedeberg in der] Neumark) hatte Ulrich Schmidt nach seinem Abitur zuerst seinen Reichsarbeits- und Wehrdienst abzuleisten, bevor er nach einjähriger Kriegsgefangenschaft 1946 in Greifswald, Halle und schließlich Freiburg Chemie studieren konnte.

      Nach nur zweijähriger Promotionszeit (1953) schloss Ulrich Schmidt seine Habilitation an der Universität Freiburg an, wo er 1958 zum Dozenten und 1964 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. Hauptarbeitsgebiete während dieser Zeit waren zuerst die Chemie von Schwefel- und Phosphorverbindungen sowie Radikalreaktionen, während sich seine Forschungsinteressen ab Mitte der 70er Jahre in Richtung Aminosäuren- und Naturstoffsynthesen wandelten.

      Im Oktober 1967 folgte er einem Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Wien, wo er weitere 10 Jahre seines wissenschaftlichen Schaffens verbrachte, bevor er im Oktober 1977 den Lehrstuhl für Organische Chemie an der Universität Stuttgart übernahm.

      In den 15 Jahren bis zu seiner Emeritierung 1992 beschäftigte er sich überwiegend mit der Naturstoffsynthese, vor allem der Synthese biologisch aktiver Peptide. Die Entwicklung neuer Synthesemethoden zum Aufbau auch äußerst komplexer Cyclopeptide bescherte ihm sein großes internationales Renommee.

      In Forschung und Lehre ging Ulrich Schmidt voll und ganz auf, und seine rege forscherische Tätigkeit dokumentieren nicht nur die Vielzahl der vollendeten Naturstoffsynthesen, sondern auch die 220 wissenschaftlichen Publikationen. Trotz dieses Engagements fand er Zeit, sich seiner Familie und seinen Hobbys zu widmen. Er war früher begeisterter Skifahrer und Segler, in jüngster Zeit widmete er sich neben dem Reisen vor allem der Kunst und der Literatur. (...)


Lewin — Ein Kantor aus Woldenberg


Erich Lewin

Ein von den Nazis verfolgter Musiker aus Woldenberg

Hinweis auf: Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit, Hamburg, 15. Dezember 2009 (Biographien).

      D ie jüdischen Familien Levin oder Lewin brachten immer wieder feine Musiker hervor. Am bekanntesten ist vielleicht Walter Levin, der 1946 in New York das berühmte „LaSalle-Quartett“ gründete. Aber auch Woldenberg hatte einen Lewin. Er hieß Erich Lewin und wurde am 20. Mai 1889 als Sohn des jüdischen Predigers und Kantors Salo Lewin (gest. 1928) und seiner Frau Johanna Lewin, geb. Berwin, in Woldenberg/Neumark geboren.

      Erich Lewin verbrachte seine Jugend in Woldenberg und studierte dann zwischen 1904 und 1912 in Berlin u. a. Musik und bei Heinrich Pestalozzi Gesang. Wie sein Vater wurde er danach Kantor und Prediger. Von 1912 bis 1914 war er in der jüdischen Gemeinde in Schöneck (Westpreußen) tätig. Hier heiratete er Ella Lewin, geb. Zöllner, mit der er 1913 einen Sohn, Heinz (Henry) Gerd Lewin, hatte. Weitere Stationen seines Lebens waren Bunzlau (Schlesien), Köslin (Pommern) und Herford (Westfalen).

      Sein Sohn Heinz (Henry) hatte Deutschland schon vor 1933 in Richtung USA verlassen. Eine Flucht aus Deutschland gelang Erich Lewin nach 1939 nicht mehr. Im Dezember 1941 wurde er von den Nazis zusammen mit seiner Frau nach Riga deportiert. Seine Frau wurde dort im Mai 1943 erschossen. Erich Lewin starb Anfang 1945 im KZ Stutthof (bei Danzig). Per 8. Mai 1945 wurde er für tot erklärt. [Zum Lexikon-Eintrag]


Beyer — Ein Medizin-Professor aus Woldenberg


Alfred Beyer

Ein Woldenberger, der in der DDR Karriere machte

Hinweis auf: Wer war wer in der DDR?, Berlin, 15. März 2010 (Biographien).

      A lfred Beyer wurde 1885 in Woldenberg in der Neumark geboren. Er studierte Medizin in Göttingen, Jena und Kiel, wo er 1912 am Hygiene-Institut Assistenzarzt wurde. Nach dem Militärdienst 1914 bis 1918 begann er eine Tätigkeit im Preußischen Ministerium des Innern, wo er 1925 zum Ministerialrat aufstieg. Ihm oblag die Planung und Organisation der ärztlichen Gewerbeaufsicht. Den Nazis war er nicht genehm, weshalb er 1933 aus dem Staatsdienst entlassen wurde.

      Nach 1945 kümmerte er sich in der sowjetisch besetzten Zone um den Aufbau eines Betriebsgesundheitswesens. 1947 wurde Alfred Beyer Ordinarius für Sozialhygiene, und 1949 übernahm er die Leitung des Instituts für Sozialhygiene an der Humboldt-Universität in Berlin als Direktor. 1955 wurde er Ärztlicher Direktor der Charité und Vorsitzender des Wiss. Rats des Ministeriums für Gesundheitswesen der DDR. Beyer ist Mitautor des Standardwerks „Lehrbuch der Sozialhygiene“ von 1953. [Zum Lexikon-Eintrag]




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